Fotoessay: Ganesh Chaturthi in Pune

Januar 1, 1970 von Daniela in Indien   gefunden unter Indien

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Durch puren Zufall landeten wir dieses Jahr genau während der letzten beiden Tage des Ganesha Festivals in Pune. Glück gehabt, denn auf diese Weise bekamen wir sowohl etwas für die Augen als auch die Ohren.
(Alle Fotos öffnen sich als Pop-up.)

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Obwohl der letzte Tag und Höhepunkt des Ganesha Festivals für seine lauten, farbenfrohen Umzüge bekannt ist, stiefeln viele Familien ohne musikalische Begleitung durch die Stadt zum nächsten "Immersion Point", wo sie ihre Ganeshaidole, die sie tagelang zu Hause umhegt und angebetet haben, im Wasser versenken.
(Die genaue Abfolge der Rituale um Ganesh Chaturthi gibts hier .)

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Schon am Vorabend wurden Vorkehrungen für die riesigen Umzugswagen getroffen: Vorstehende Äste der Bäume mussten dran glauben, Straßen wurden abgesperrt, "Immersion Points" wurden festgelegt und nach den Bombenanschlägen in Delhi durch viel Polizei abgesichert.

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Wir hatten Glück: Dieser geniale Umzugswagen versperrte eine Kreuzung, und so kamen wir zehn Minuten lang in den Genuss von Trommelwirbeln, Tanz und Kostümen, die nicht wirklich was mit Ganesha zu tun hatten.
Sehr positiv überrascht waren wir von der Art und Weise, wie Teilnehmer der Umzüge auf den Verkehr aufpassten. Natürlich versperrt so ein Wagen plus Tänzer plus Musikanten plus Schaulustiger eine Menge Straße, so dass es sich schlecht fährt. ;) Doch ein paar der Teilnehmer übernahmen jedes Mal die Aufgabe, den Verkehr zu regeln, Autos vorbei zu lotsen, Tänzer im Zaum zu halten. Trotz der vielen auf der Straße herumlaufenden Menschen kam es zu verdächtig wenig Stau.

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Ganesh Chaturthi ist auch eine Gelegenheit für Gulal (Farbpulver), vorzugsweise in Rot in Pink. In diesem bunten Wagen sitzt übrigens Ganesha. Während eine riesige Kolonne von Trommlern in strahlend gelben T-Shirts an uns vorbei marschierte und den Boden zum Vibrieren brachte, landete eine ordentliche Portion Gulal im und auf dem Auto. Wir haben soszusagen mitgefeiert.

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Wir besuchten einen der Immersion Points. Dort herrscht reges Treiben. Die Trupps kommen und gehen, es wird nicht lang verweilt. Zuschauer verziehen sich auf die Brücke (s.u.), damit es zu keinem unnötigen Stau beim Versenken kommt.

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Bevor Ganesha versenkt wird, findet noch eine letzte Puja vor Ort statt. Dafür wurden extra Bänke/Tische aufgestellt. "Werkzeug" (also alles, das für die Puja notwendig ist) muss man sich selbst mitbringen.

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Dann geht es ans Versenken, und das läuft weitaus schneller und ohne große Zeremonie ab, als ich mir das vorgestellt hatte. Nach der Puja auf dem Trockenen läuft man ins Wasser, taucht das Idol kurz unter, hebt es wieder hoch, und dann wird es auf Nimmerwiedersehen fallen gelassen.

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Um die großen Idole zu versenken, müssen Ganeshas Jünger natürlich weiter in den Fluß (oder See, oder das Meer...) vordringen, so dass sich wenigstens einer von ihnen mit einem Seil anbinden lässt, damit er später retten kann, wer Rettung bedarf. Dass Ganesh Chaturthi ernsthafte Umweltschäden anrichtet und man in den Folgetagen auf sämtlichen betroffenen Wasserflächen tote Fische schwimmen sieht, die auf Grund der aufgeweichten Gipsidole und der sich in den Farben befindlichen Schwermetalle verendet sind, brauch ich nicht extra erwähnen.

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Schaulustige.

Zugfahrt (4)

Januar 1, 1970 von Daniela in Indien   gefunden unter Indien

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Nachdem wir uns wacker im 3Tier-AC von Mumbai nach Delhi durchgeschlagen hatten, musste auch irgendwann die umgekehrte Reise angetreten werden. Dies geschah am 13. Juli und zu unserer Erbauung im 2Tier-AC. B) Das heißt, an Stelle von drei sich übereinander befindlichen Pritschen (oder Berths) gibts nur zwei. Dieser Umstand dezimiert die Gesamtzahl der Reisenden pro Waggon und halbiert daher den Ohrenterror die Konversationsgeräusche der Mitfahrenden gleich mal um die Hälfte. Um den Reisenden Privatsphäre vorzugaukeln, kann man sein Abteil zu je vier Pritschen mittels eines Vorhanges vom Rest der reisenden Bande abtrennen.

Da wir lediglich zu zweit waren, lief uns bereits der Angstschweiß, mit wem wir uns denn dieses Mal die 16-stündige Fahrt vertreiben würden. Rahul hatte bereits herausgefunden, dass es sich um ein älteres Ehepaar handelte. Dies hat er weder durch bisher unentdeckte übersinnliche Fähigkeiten erkannt, noch bespitzelte er den Fahrkartenkontrolleur, sondern diese Informationen sind öffentlich einsichtig: nämlich auf den Reservationstafeln am Bahnhof. Dort befinden sich alle Namen der Reisenden, deren Alter, Geschlecht, Sitzplatz und Waggonnummer. Dieselbe Liste mit allen Reisenden eines bestimmten Waggons befindet sich zusätzlich an den Türen des jeweiligen Waggons. Man sieht eine solche Liste auf folgendem Foto im Wind flattern:

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Bei der Ankunft sind diese Listen normalerweise vollständig zerfleddert oder liegen bereits irgendwo in der indischen Landschaft herum.

Schlussendlich überrumpelte uns die Ankunft des anderen Paares komplett: nicht zwei sondern sieben Leute stürzten ins Abteil. 8| Fünf davon trugen Taschen, die sie unter den Sitzen verstauten. Einer hatte eine Funkgerät in der Hand. Ein in ein chices Leinenhemd gekleideter Mann und eine Frau im rosa Salwar Kameez ließen sich auf der Pritsche gegenüber unserer nieder, während der Mann mit dem Funkgerät unverständliche Anweisungen in selbiges murmelte; ein weiterer Mann das Paar fragte, ob sie noch etwas benötigten; und die anderen drei betont geschäftig aussahen. Schließlich türmten die fünf Männer und es wurde still im Abteil.
Was war das denn?

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Indischer Unabhängigkeitstag

Januar 1, 1970 von Daniela in Indien   gefunden unter Indien

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Heute wird in Indien zum 62. Mal Unabhängigkeitstag gefeiert, wozu sich Anu bereits ausführlich Gedanken gemacht hat. Überall wird die indische Fahne geschwenkt; die Tricolor ziert außerdem jede Zeitung und jedes Programm.

In seiner heutigen Ansprache vom Roten Fort in Neu Delhi spielte Premier Singh auf die Themen an, die die Nation zur Zeit bewegen. Die Inflation, die Unruhen in Kashmir, der Indo-US Nukleardeal, Wirtschaftswachstum und das Geschenk an die Beamten Indiens: eine deutliche Gehaltserhöhung in allen Hierarchieebenen.

Zur aktuellen Ansprache des Premiers geht es hier entlang:
Textform
Videoformat

IndiaTV: UFO saugt Kühe ins All

Januar 1, 1970 von Daniela in Indien   gefunden unter Indien

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Über den ganz normalen Wahnsinn im indischen Fernsehen habe ich bereits berichtet, doch indische Nachrichtensender sind ein Minikosmos für sich. Dass dabei Hindisender wirklich nur für Fans des schlechten Geschmacks genießbar sind, hat sich in Indien inzwischen insbesondere unter der gesellschaftlichen Amöbe herumgesprochen, die fälschlicherweise häufig als "Englischsprachige Elite" bezeichnet wird.
Um zu beweisen, dass ich nicht einfach nur ein ödes Wochenende hatte und mich infolgedessen schändlichst über die indische Nachrichtenlandschaft lustig mache, gibt es hier eine der vielen bunten Sendungen, die auf IndiaTV laufen. IndiaTV wird als Nachrichtensender (Hindi) kategorisiert:

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UFO saugt Kühe in den Himmel.

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Bisher konnte man für keine der Kühe auch nur die geringste Spur finden.

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IndiaTV stellt die Frage: Wo sind die Kühe?

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UFO
(Man beachte die Markierung. Pfeile, rote Kreise und ähnliche Grafiken, bei deren Betrachtung man davon ausgehen muss, IndiaTV hält seine Zuschauer für unterdurchschnittlich intelligent, findet man auch bei Nachrichten über Morde. Dann ist beispielsweise ein Blutfleck rot eingekreist. Oder bei einem Unfall, wenn das beschädigte Fahrzeug o.ä. mit einem wild blinkenden Pfeil hervorgehoben wird.)

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Indisches Familienverständnis

Januar 1, 1970 von Daniela in Indien   gefunden unter Indien

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Sieben Jahre in Indien und immer noch verblüfft. Es gibt einige Aspekte am binationalen Alltag, die weiterhin ein Minenfeld bleiben. Beispielsweise das indische Familienverständnis.

Als wir kürzlich mit Mr. S im Zug saßen, fragte mich dieser, wie meine Eltern auf die Botschaft reagiert hatten, dass ich den Bentley zu ehelichen gedachte. "Nicht begeistert", war meine Antwort. Wessen erste, elterliche Reaktion wäre anders? "Und?", wollte Mr. S wissen. Was und? Es ist in Deutschland unüblich, seine Kinder in arrangierte Ehen zu zwingen (das gibts auch als Frage im Einbürgerungstest), und selten wird man als Sohnemann oder Tochter des Hauses verwiesen, enterbt oder ermordet, wenn man sich falsch verliebt. Allerdings bin ich im Alltag viel diplomatischer als im Blog, weswegen ich mich meine Wortwahl noch mal überdachte.

Ich versuchte Mr. S also zu erklären, dass meine Eltern mich nicht in meiner Partnerwahl bedrängen würden, und dass ihre mangelnde Begeisterung schon bald verpuffte, als sie sahen, dass es mir ernst war, und sich darum dazu entschieden, mir Unterstützung statt Moralpredigen zu Gute kommen zu lassen. Mr. S sah mich bestürzt an. Er fragte mich, warum meine Eltern kein Interesse für mich hatten. 8|

Äh.

Ich legte mir meine Worte bereits sorgfälig zurecht, als Mr. S meinte, er habe in seiner Zeit in Deutschland auch viele Unterhaltungen mit Deutschen gehabt; u.a. mit einem Paar, das partout nicht heiraten wollte, obwohl sie bereits Kinder hatten. Es ging auch um die Institution der arrangierten Ehen, und obwohl Mr. S beinahe eine Stunde lang argumentierte und erklärte, wollte das Paar nicht einsehen, dass arrangierte Ehe gut sind. Und dass die Liebe später automatisch kommt.

Als ich das vernahm, verwarf ich meine abrufbereiten Sätze und die ganze Ehediskussion und war froh, dass es recht schnell was zu knabbern gab, damit wir das Thema auf eine unverfängliche Schmeckt-gut-Unterhaltung lenken konnten.

kulturmobil

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Tierisch gut.

Januar 1, 1970 von Daniela in Indien   gefunden unter Indien

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Das Tierleben Indiens fasziniert die Gilde der Journalisten wie kein zweites Thema. Dabei geht es nicht etwa um Tiger, um seltene Schmetterlingsvarianten oder die architektonisch begabten Termiten Indiens, sondern um weit weniger erlesene Exemplare der Fauna. Ratten zum Beispiel. Hochwertige journalistische Kost also. Und da man weiterhin fasziniert von den öffentlichen Straßenzoos Indiens ist (komplett mit Kuh et al), schreibe ich doch heute mal über unser eigenes Bauerngut im Hinterhof.

forum smileys Jeden Morgen werden wir beispielsweise von einem Gockel geweckt. Der wohnt irgendwo gegenüber im Schatten der Mangobäume bei den Familien, die sich im Park niedergelassen haben. Es sind dieselben Familien, die auf dem benachbarten Grundstück Wildschweine züchten, von denen man seit diesem Tag allerdings nicht mehr viel hört. forum smileys

forum smileys Unser vierköpfiges Straßenhundrudel jagt unterdessen des Nachts Rickshaws hinterher und bellt auch tagsüber Reviereindringlingen das Trommelfell löchrig. Seit letzter Woche ist es übrigens verboten, Straßenhunde zu füttern. Wird man erwischt, kostet das 500 Rupien Bußgeld, also weitaus mehr als bei Rot eine Ampel zu überfahren, auf den Bürgersteig zu kacken oder andere Kavaliersdelikte. Tauben darf man auch weiterhin füttern.

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Beinahe täglich treibt ein Mann zwei Kühe vor sich her unsere Straße entlang. Wohin er zieht, weiß ich leider nicht, aber er ist nicht der Milchmann. Letzterer kommt eher unregelmäßig und bringt seine Kuh mit, die die frischeste Frischmilch in gewünschter Menge abgibt. Dasselbe Prinzip kenne ich aus Bangalore. In Delhi melkt man weiterhin die Milchmaschine. Während die Kühe vorbeiziehen, erklingt ein landwirtschaftliches Konzert.

Milchmann in Udaipur
Milchmann in Udaipur. Nicht direkt aus der Kuh, aber trotzdem frisch.

Auch mein Nano-Balkon verwandelt sich mehrmals täglich in einen Taubenschlag, in dem es heftig gurrt, flattert und zappelt, was besonders unsere Socke in Entzücken versetzt. Seit Socke so ein Tierchen auf meinem Sofa erlegt hat forum smileys und meine Wand und Gardinen hernach aussahen wie in einem Splatterfilm, hab ich es am liebsten, wenn er die Täubchen aus der Ferne betrachtet.

Und ich will nicht meckern. Ich finde es herrlich, viel Grün zu sehen, wenn ich aus meinem Fenster schaue, und der Gockelruf am Morgen erinnert mich in den positivsten Tönen an meine Großeltern, die auf dem Land leben. Ich fühle mich in dieser Hinsicht richtig wohl hier.

Amul – Ernsthaft gut.

Januar 1, 1970 von Daniela in Indien   gefunden unter Indien

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Pünktlich zum deutschen Kinostart von The Dark Knight möchte ich auf die fantastischen, immer unterhaltsamen Werbeplakate der indischen Molkerei Amul verweisen. Es ist die am längsten laufende Kampagne in der indischen Werbelandschaft: seit Anbeginn der Amulzeit wird nämlich dasselbe Maskottchen benutzt und von den Genies, die sich das Ganze ausdenken, auf die erfrischendste Art und Weise in Szene gesetzt. Jedes zeitgeschichtliche, politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche Ereignis ist gut genug für eine Amul-Werbetafel, von der neuen indischen Variante des amerikanischen Reality-TV-Klassikers Fear Factor über die Vertrauensfrage im indischen Parlament hin zu - genau - Batman!

Unter diesem Link findet ihr das aktuelle Plakat zum Batmanfilm The Dark Knight.
Dieses Plakat befindet sich aktuell im Stadtteil Andheri entlang der SV Road, und als ich es das erste Mal sah, habe ich mich schief gelacht!

Selbst die indische Goldmedallie des Schützen Bindras wurde in ein Plakat umgewandelt. Ich mag besonders den Witz der Sache, die Ironie und gleichzeitige Gelassenheit der Werbeideen. Eine Auflistung aller Glanzleistungen Amuls findet ihr hier, mit jeder Tafel seit 1976. Aus Urheberrechtsgründen kann ich die leider hier nicht einstellen, aber es lohnt sich auf jeden Fall, durch die Archive zu klicken. Auf Seite 8 im 2008/09 Archiv findet sich auch eine soziale Botschaft, die auf den Fall Mehta zurückgeht. Jedes Plakat hat eine Bildunterschrift, die den jeweiligen Hintergrund in ein-zwei Zeilen erklärt. Auf Seite 3 im selben Archiv befindet sich auch ein Poster für den diesjährigen Streifen von Indiana Jones.

Dani is ill

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Dear All,

Dani is ill, and won't be able to write here for a couple of days.
Please wish her good health and speedy recovery.

Cheers,
Rahul

ReReBoot

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mumbai clouds

Manchmal - in Mumbai vergleichsweise häufig - vermischt sich das Übel von Oben mit dem Übel von Unten. Keine Panik, ich kann auch ohne Kryptik:

indifferent smileys + aim smileys = war smileys

Wenn also Schweinchen ihre Häufchen legen, wie sie dies zu tun pflegen,
...und wenn man eine großzügige Portion Wasser (Regen) hinzugibt - vorzugsweise so viel, dass sich eine unausweichlich große und tiefe Pfütze dieser herrlichen Tinktur in einer Gasse ausbreitet...
...und wenn man diese Gasse vor den Bahnhof im Stadtteil Malad verlegt...
...und wenn man Daniela mit Monsunlatschen (wasserfest aber offen) dort durchschickt... was hat man da? -- Eine der vielen Monsunkrankheiten Indiens, deren Existenz uns mit dem Todesticker in der täglichen Presse ("monsun related illnesses - death toll") beehrt. Dieses Jahr: 163.
Das heißt, 163 Menschen sind dieses Jahr bereits an Krankheiten wie Malaria, Dengue, Chikungunya, Leptospirosis & Co gestorben - in Mumbai allein und nach offizieller Statistik.

Keine Panik. Es sterben ja nur die Armen. 8| Wie viele das während der fürchterlichen Monsunregen 2005 in Mumbai waren (und wie viele das im schönen Bihar 2008 werden) muss ich noch recherchieren. Ich genese ja noch. Aber man macht sich schon so seine Gedanken (wenn man denn kann) über das Leben der weniger Schönen und nicht ganz so Reichen Menschen dieses Landes, die am selben Tag durch dieselbe Pfütze gestapft sind, und deren vermutlich nicht mehr ganz so neuen Sandalen ihnen auch an der Ferse ein kleines Loch in die Haut gerieben haben, um die dreckigen Leptospira-Luder reinzulassen, und die dann aber zu Statistik 161, 162 und 163 (oder so) geworden sind (oder werden). Anders als ich. Ich kann nämlich schon wieder mit den Augen rollen, wie ich das so gern tu, ohne vor Schmerz zu zucken. Ebenso unfassbar wie diese verschleuderten Schicksale ist die Tatsache, wo man überall Muskeln hat, die weh tun können! |-|

Macht ja nix. Mein nächster Beitrag zum Krankensystem in Indien wird darum ganz den Unterprivilegierten gewidmet sein, was in Anbetracht des enormen, unfassbaren Rechnungsbetrages, den ich in den letzten Tagen verursacht habe, einfach eine logische Schlussfolgerung ist. Wo geht man in einem Land ohne Krankenversicherungssystem zum Arzt, wenn man den nicht zahlen kann?

old woman vasai

Außerdem: Vielen Dank für die vielen, vielen Glückwünsche. Es hört sich vielleicht hier nicht so an, aber es war keine tolle Woche. Schön war es allerdings, hin und wieder neue Kommentare auf dem Blackberry zu lesen. Aus diesem Grund einen lieben Gruß an alle Leser.

Der Livebericht zu den Dahi Handis diesen Jahres musste leider ausfallen (fand schließlich bereits letzten Sonntag statt), aber ich habe Fotos aus der Nachbarschaft, die ich nachreichen werde.

Zudem werde ich das Buch AIDS Sutra in Kürze hier vorstellen und vielleicht ein paar der AIDS-Geschichten (verfasst von namhaften indischen Autoren) hier zusammenfassen, um Interesse am Buch zu wecken, dessen Erlös der indischen AIDS-Initiative Avahan zu Gute kommt. (Das Buch erscheint in Deutschland am 14. Oktober, ist in Indien allerdings bereits verfügbar, weswegen ich schon ein paar Auszüge hier einstellen werden kann.)

Auch mein geplanter Besuch der riesigen Ganeshaidole im diesjähren Ganesh Chaturthi muss leider ausfallen. Wegen weil. Aber wir werden es verkraften. ;)

Stattdessen kann ich warnen: Morgen ist Neumond. U-( Das passiert recht häufig. Genauer gesagt jeden Monat. Aber an einem Samstag ist das ganz, ganz schlecht für dich. Also ließ IndiaTV, Hindi-NachrichtensenderVolksverdummung gestern eine Sondersendung mit einem Priester laufen, der die ganze Zeit Formeln gemurmelt hat, die ihn (und vermutlich auch die Zuschauer) vor dem morgendlichen Untergang bewahren werden. Oder so.

Glasklar: Nicht nur ich bedarf guter Besserung.

Bis nächste Woche irgendwann, wenn es - hoffentlich nicht nur mir - besser geht.

Ausgehangene Ohren

Januar 1, 1970 von Daniela in Indien   gefunden unter Indien

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Nichts und niemand kann mich ärgern: ich esse gerade Sonnenblumenkernbrot mit Géramond. Mitgebracht von meinem Pa, der seit Sonntag frisch gebackener Expat in Pune ist und vorher noch eine Ladung Proviant über Mumbai abgeworfen hat. war smileys

Demzufolge war ich heute im Frauenabteil die ungewöhnliche Ruhe selbst. Ich schubste mir meinen Weg in den Gang und quetschte meinen Hintern als vierte Person auf die Bank, weil man das so macht in meinem Kühlschrank Salami liegt. Besondere Aufmerksamkeit widmete ich heute mal nicht den Verkäufern von Schlüsselanhängern (5 Rupien das Stück) oder dem blinden Mann, der Regenschirme verkaufte, sondern den Flyern, die jemand in den Waggon geklebt hat. "Ohrläppchen-Reparatur". In nur einer Sitzung. Ohne Stiche. hieß es da.

Reden wir also über ein Land voller ausgeleiherter Ohrläppchen, deren Löcher mitunter so groß sind, dass man durchgucken kann. Manchmal sehe ich Frauen mit Ohrensteckern, deren Steinchen das Loch nicht mal abdeckt. (Frage mich, warum das nicht rausfällt?) Warum sehen die Ohrläppchen vieler Inderinnen aus wie Schweizer Käse?

Darum:

ohrringe

Bei den Fotos handelt es sich jeweils um Hochzeitsschmuck, aber da man praktisch ständig auf Hochzeiten oder anderen Familienpartys herumhängt, für welche man sich ähnlich grandios auftakelt, hängen verdächtig oft Brotlaibe im Ohr (man verzeihe mir mein fortwährend lukullisches Vokabular). Rechts leidet gerade mein Ohr mit einem zugegebenermaßen schmucken Klunker. Gott sei Dank war er so lang, dass ich ihn praktisch auf der Schulter "ablegen" konnte, wenn ich den Kopf schief legte. Das tut nur ca. zwei Stunden weh. Dann wird der Ohrläppchenschmerz vom Fußschmerz überholt, denn wer solche Teile in den Ohren trägt, hat nicht unbedingt etwas Gesünderes am Fuß. msn smileys

Folglich leiden Inderinnen unter einer unschönen Verzerrung der Höhrorgane, die mich an die Langohren in Rapa Nui erinnern, und jemand muss etwas dagegen tun: ab zur Ohrläppchenreparatur!

Auch neu in Indien: Das I-Phone. Und das sagt Amul dazu. Aber richtig, richtig schief gelacht habe ich mich über "Butter fry! Bread stroke! - Phelp yourself", was so verdammt gut ist, dass ich bis heute jedes Mal lachen muss, wenn ich Amuls Tribut zu Michael Phelps sehe. ))

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